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Promesa-Studie

Eine doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie zur Untersuchung des Effektes von EGCG auf den Krankheitsverlauf von Patienten mit Multipler Systematrophie

Forscher: Dr. Johannes Levin
Institut: Ludwig-Maximilians Universität München, Abt. Neurologie
Dauer: 2 Jahre
Kosten: 150.000 Euro

Zusammenfassung:
In der Promesa-Studie soll erstmals das Wirkprinzip der Hemmung pathologischer Eiweißaggregation bei einer atypischen Parkinson-Krankheit, der Multiplen Systematrophie (MSA), eingesetzt werden, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Es ist seit ca. 100 Jahren bekannt, dass sich bei Parkinson Syndromen krankhafte Eiweißablagerungen im Nervengewebe finden. Erst in den letzten Jahren konnte jedoch in verschiedenen Experimenten gezeigt werden, dass diese krankheitsassoziierten Eiweißaggregate giftig für Zellen. Daher verfolgen wir das Ziel die Entstehung dieser Aggregate zu verhindern und damit eine Therapie zu entwickeln, welche die Krankheit verlangsamen oder aufhalten soll.

In dieser ersten Studie soll der natürlich in grünem Tee enthaltene Wirkstoff Epigallocatechin-3-gallate (EGCG) eingesetzt werden. Epidemiologische Daten geben einen Hinweis auf, dass EGCG auch bei Parkinson-Krankheit und atypischen Parkinson Krankheit des Menschen wirksam sein könnte. Regelmäßiger Teekonsum verringert das Erkrankungsrisiko. Im Reagenzglas hemmt EGCG (chemisch ein Polyphenol) sehr effektiv die Entstehung pathologischer Eiweißaggregate. EGCG eignet sich bestens für die Durchführung einer Studie, da die Substanz nicht patentgeschützt ist.
Daher wir die Studie zur Testung der Wirksamkeit in Abwesenheit kommerzieller Interessen durchgeführt. Es gibt aktuell 73 klinische Studien (http://clinicaltrials.gov), in denen EGCG für verschiedene Indikationen wie z. B. Multiple Sklerose und Krebserkrankungen ohne relevante Nebenwirkungen eingesetzt wird. Dies belegt die Sicherheit der Substanz. Die Eigenschaften von EGCG sollen in dieser Studie bei Patienten mit MSA eingesetzt werden. Es wird getestet, ob die Verabreichung von EGCG das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt. MSA ist eine atypische Parkinsoner¬kran¬kung, die durch rasches Voranschreiten und ein fehlendes oder deutlich reduziertes Ansprechen auf Parkinson-Medikamente charakterisiert ist. Das führt dazu, dass die Patienten einen noch größeren Bedarf für die Entwicklung von Medikamenten haben, welche die Krankheit bremsen, als andere Parkinson-Patienten.
Durch das schnellere Voranschreiten der Krankheit kann die Beobachtung klinisch bedeutsamer Effekte in kürzeren Beobachtungszeiträumen erfolgen. Aufgrund der klinischen aber auch molekularen Ähnlichkeit ist darüber hinaus zu erwarten, dass Ergebnisse aus einer Studie zur MSA auch auf die Parkinson-Krankheit übertragbar sind. Unterstützt wird PROMESA neben dem IPF auch von der Deutschen Stiftung Neurologie (DSN) und der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV). Die Studie wird im November 2013 zunächst an den Universitätsklinika in München und im Verlauf des Jahres 2014 auch in weiteren Universitätsklinika in Deutschland beginnen.