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Was hat eine Lungenentzündung mit Parkinson zu tun?

Mehr als wir bisher dachten! 

Neue Studie: Warum eine Lungenentzündung Parkinson verschlimmern kann 

Forschende aus Deutschland untersuchen erstmals die „Lunge-Gehirn-Achse“ – und eröffnen neue Perspektiven für den Schutz von Nervenzellen. 

Die Köpfe hinter der Studie: Dr. Martin Henrich (wissenschaftliche Gesamtleitung) und Alicia Rosenau (leitende Kraft im Labor)

Viele Menschen mit Parkinson kennen diese Situation aus eigener Erfahrung: Während einer Lungenentzündung verschlechtern sich die Symptome plötzlich deutlich. Das Gehen fällt schwerer, das Zittern nimmt zu und Bewegungen werden steifer. Besonders belastend ist, dass sich diese Verschlechterung nach überstandener Infektion häufig nicht vollständig zurückbildet. 

Mediziner beobachten dieses Phänomen seit vielen Jahren. Warum eine Erkrankung der Lunge das Gehirn dauerhaft beeinflussen kann, blieb jedoch lange ungeklärt. 

Aktuell verfolgen der Laborleiter Dr. Martin Henrich und die wissenschaftliche Doktorandin Alicia Rosenau einen zukunftsweisenden Forschungsansatz. 

Die Lunge sendet Signale an das Gehirn 

Lange Zeit richtete sich die Parkinson-Forschung fast ausschließlich auf das Gehirn selbst. Das aktuelle Projekt verfolgt dagegen einen erweiterten Blick auf die Erkrankung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Entzündungen im Körper mit dem Nervensystem zusammenhängen. 

Die Forschenden vermuten, dass während einer Lungenentzündung bestimmte entzündliche Botenstoffe entstehen. Diese gelangen über die Blutbahn bis ins Gehirn und überwinden dort die sogenannte Blut-Hirn-Schranke – eine natürliche Schutzbarriere des zentralen Nervensystems. 

Für gesunde Nervenzellen stellt dies meist kein ernsthaftes Problem dar. Bereits durch Parkinson geschädigte Nervenzellen reagieren jedoch deutlich empfindlicher auf diese zusätzlichen Entzündungssignale. 

„Der von uns verdächtigte Botenstoff versetzt den beschädigten Nervenzellen einen zweiten Schlag, durch den sie endgültig absterben“, beschreibt Laborleiter Dr. Martin Henrich die derzeitige Arbeitshypothese seines Teams. 

Ein neuer Blick auf ein ungelöstes Rätsel

Erste Ergebnisse liefern wichtige Hinweise 

Die bisherigen Daten aus einer Pilotstudie stützen diese Annahme. Nach einer simulierten Lungeninfektion zeigte sich innerhalb kurzer Zeit ein verstärkter Verlust von Nervenzellen, begleitet von einer deutlichen Verschlechterung der Parkinson-typischen Veränderungen im Gehirn. 

Diese Ergebnisse liefern erstmals eine nachvollziehbare biologische Erklärung dafür, weshalb sich die Erkrankung nach einer schweren Infektion häufig dauerhaft verschlechtert. 

Gleichzeitig eröffnen sie einen völlig neuen therapeutischen Ansatz. 

Den entscheidenden Botenstoff identifizieren 

Im nächsten Schritt möchten die Forschenden den verantwortlichen Entzündungsbotenstoff eindeutig identifizieren. Dafür sind hochspezialisierte Laboranalysen erforderlich, mit denen die Signalwege zwischen Lunge, Blut und Gehirn detailliert untersucht werden. 

Gelingt dieser Nachweis, könnte es möglich werden, den schädlichen Botenstoff bereits im Blut gezielt abzufangen – noch bevor er im Gehirn Nervenzellen schädigt. 

Damit würde sich erstmals die Chance eröffnen, den dauerhaften Nervenzellverlust nach einer Lungenentzündung zu verhindern. 

Bekannte Medikamente könnten den Weg verkürzen 

Besonders interessant ist dabei der therapeutische Ansatz des Forschungsteams. Statt vollständig neue Medikamente zu entwickeln, prüfen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ob bereits zugelassene Wirkstoffe den identifizierten Entzündungsmechanismus blockieren können. 

Dieses sogenannte „Drug Repurposing“ bietet einen entscheidenden Vorteil: Sicherheit und Verträglichkeit dieser Medikamente sind bereits umfassend untersucht. Dadurch könnten mögliche neue Behandlungen deutlich schneller den Weg in die klinische Anwendung finden als bei einer vollständigen Neuentwicklung. 

Blick ins Labor: Den Botenstoff identifizieren und gezielt blockieren

Forschung mit unmittelbarer Bedeutung für den Alltag 

Für Menschen mit Parkinson hätte ein solcher Fortschritt große praktische Bedeutung. Lungenentzündungen gehören insbesondere in fortgeschrittenen Krankheitsstadien zu den häufigsten Komplikationen. Sie entstehen oft infolge von Schluckstörungen und können den Krankheitsverlauf erheblich beeinflussen. 

Sollte es künftig gelingen, die schädlichen Entzündungssignale gezielt zu blockieren, könnten viele Betroffene besser vor dauerhaften Verschlechterungen geschützt werden. 

Noch stehen die Forschenden am Anfang dieses Weges. Doch bereits heute zeigt das Projekt, wie wichtig es ist, Parkinson nicht ausschließlich als Erkrankung des Gehirns zu betrachten, sondern den gesamten Organismus in den Blick zu nehmen. 

Die Erforschung der sogenannten Lunge-Gehirn-Achse könnte deshalb zu einem wichtigen Baustein für zukünftige Therapien werden – und langfristig dazu beitragen, die Lebensqualität vieler Menschen mit Parkinson nachhaltig zu verbessern. 

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Folgestudie braucht Unterstützung

Die nun geplante Folgestudie soll den entscheidenden Entzündungsbotenstoff eindeutig identifizieren und den Weg für neue Behandlungsmöglichkeiten ebnen. Besonders vielversprechend ist dabei, dass die Forschenden bereits zugelassene Medikamente untersuchen, deren Sicherheit seit Langem belegt ist.

Gelingt dieser Ansatz, könnte ein wirksamer Schutz vor dauerhaften Verschlechterungen der Parkinson-Erkrankung schon in wenigen Jahren Realität werden.

Damit diese wichtige Forschung fortgesetzt werden kann, ist das Projekt auf private Unterstützung angewiesen. Mit Ihrer Spende helfen Sie dabei, diesen hoffnungsvollen Forschungsansatz entscheidend voranzubringen. 

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