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28 Juni 2018

„Das Jahr 2017 hat mir große Erfolgserlebnisse beschert.“

WIE GEHT ES EIGENTLICHT MIT DEM PARKINSON-PATIENTEN ECKHARD BILZ, 79, SCHAUSPIELER UND SEIT 12 JAHREN PARKINSON-PATIENT, DEN WIR VOR 1 JAHR FÜR UNSEREN NEWSLETTER INTERVIEWTEN?

Das neue Jahr findet Herrn Bilz in guter seelischer Verfassung, obwohl ihm im letzten Jahr einige körperliche Symptome sehr zu schaffen machten, die er aber zum Teil bezwingen konnte.

Die Stimme wiedergefunden

Anfang des Jahres konnte Herr Bilz nur noch leise und verhaucht sprechen: „Für mich als Schauspieler war das eine erschreckende Entwicklung.“ Allerdings, so weiß er heute, hatte sich diese Entwicklung schon 2008 angekündigt, also zwei Jahre bevor er offiziell wegen Parkinson seinen Beruf aufgeben musste. „Nun hatte ich Angst, meine Stimme ganz zu verlieren, wie ich das von einem Parkinson-Patienten gehört hatte. Das war für mich unvorstellbar. Und der Schreck kroch in mir hoch.“ Seine Neurologin verwies ihn zur Logopädie, ein Angebot, das er 2010 noch abgelehnt hatte. So lernte er 2017 über 10 Monate von einer Logopädin, die durch Parkinson quasi abgeschalteten Sprechmuskulaturen, z.B. die des Zwerchfells, zu reaktivieren, um wieder normal sprechen zu können. Dazu gehört ein tägliches 20- bis 30-minütiges Trainingsprogramm. Doch Herr Bilz weiß: „Ohne Fleiß kein Preis! Dafür bin ich wieder ein sprechender Mensch und nicht einer, der jedem Verkäufer im Baumarkt ins fragende Gesicht schreien muss (was ja sehr anstrengend ist), weil er meinen wiederholten Wunsch nicht verstanden hat.“ Herr Bilz beschreibt es als ein „angenehm erhebendes Gefühl“, die Auswirkungen von Parkinson – wenn auch nur in Teilbereichen – überwunden zu haben: „Es ist ein Sieg. Ein Sieg!“

Dem Tremor die Stirn geboten

Bei der Arbeit am Laptop hatte Herr Bilz vermehrt Schwierigkeiten, den Mausklick zu setzen, da der Tremor beider Hände heftiger geworden ist. Seine betreuende Neurologin konnte ihm helfen, indem sie den Rhythmus der Einnahme von Madopar (Levodopa) von 5 Stunden auf 4 Stunden veränderte.

Quälende Krämpfe erträglich gemacht

Krämpfe, vor allem in seinem rechten Bein, machten ihm jede Woche aufs Neue zu schaffen. Seine Wade wurde steinhart und er verspürte einen heftigen, durchdringenden Schmerz, der 5 bis 10 Minuten andauerte. „Es war eine schier endlose Zeit, in der ich hätte die Wände hochgehen können! Auch Massieren ging nicht, die Wade war einfach zu hart. Mir stand der Schweiß auf der Stirn. Schließlich konnte ich einer solchen Attacke mit (schmerzhaftem) Laufen begegnen. Das Zimmer konnte gar nicht groß genug sein. Der Krampf kam immer frühmorgens, so gegen 4 oder 5 Uhr.“ Dann fand er eine Lösung: Er nahm vor dem Schlafengehen 250 mg Magnesium ein und erhöhte diese Dosis langsam. Nach einigen Monaten war er bei 500 mg (200 mg aus Sofort-Phase und 300 mg aus Depot-Phase) angelangt und die Krämpfe reduzierten sich von etwa einmal wöchentlich auf etwa einmal vierteljährlich. Herr Bilz: „Wenn das kein weiterer Sieg ist…!“

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