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18 Juni 2019

Linda van der Linden (57): „Zitternde Hände bedeuteten das Ende meiner Karriere.“

Linda lebte für ihre Arbeit als Schaufensterdekorateurin. Jetzt lebt sie mit Parkinson. Die Krankheit zwang sie, ihre Karriere aufzugeben.
„Nach einer Fuß-OP erhielt ich Physiotherapie. Beim Gehen hörte mein linker Fuß nicht auf, den Boden zu streifen, und mein Arm schwang nicht mehr mit. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und wegen der Schmerzen war es mir nicht mehr möglich, zuverlässig meiner Arbeit nachzugehen. Der Neurologe vermutete sofort, dass es sich um Parkinson handelte. Das war 2011. Es schien, dass ich an einer aggressiven Form litt und deshalb musste ich zunehmend stärkere Medikamente einnehmen. Der Neurologe schlug vor, ich solle innerhalb der nächsten beiden Jahre THS (Tiefe Hirnstimulation) durchführen lassen. Es gab eine lange Warteliste. Erst Ende März 2016 wurde ich operiert.

THS bewirkte einen gewaltigen Unterschied. Am besten war, dass mein Problem der Unbeweglichkeit – eine Nebenwirkung der Medikamente – nicht mehr existent war. Jetzt fühle ich mich fitter, obwohl ich nicht mehr so viel Energie habe. Dank der THS hat sich meine Lebensqualität dramatisch verbessert. Ich fühle mich in meinem Körper weniger eingeschlossen, obwohl ich seither ungelenker und steifer geworden bin. Ich verliere häufig den Halt und verfüge nicht mehr über die nötigen Reflexe, um mich bei einem Sturz aufzufangen. Parkinson verursacht Schmerzen in meinem unteren Rücken und in den Händen, was ich als sehr lästig und einschränkend empfinde. Ich bleibe aber positiv und mache mir keine allzu großen Sorgen über die Einschränkungen und über die Zukunft. Ich habe einen starken Drang, aktiv zu sein. Deshalb werde ich oft als ‚normal‘ angesehen. Aber Parkinson ist unheilbar und ich muss mit der Energie, die mir bleibt, haushalten – doch schlage ich oft über die Strenge! Ich kann nicht mehr Tennis spielen und die es fällt mir immer schwerer, mich um meine Enkel zu kümmern, dass ich Probleme mit dem Treppensteigen habe und die Kleinen nicht hochheben kann.

Deshalb konzentriere ich mich auf das, was möglich ist. Und das ist eine ganze Menge. Ich kann wieder lesen und ich noch immer Autofahren – einen Automatik-Pkw. Ich kann noch immer auf einem Rad mit tiefem Einstieg fahren. Neue Rezepte ausprobieren, nähen, unser Haus dekorieren, Bilder malen: es ist anstrengender, weil die feinmotorischen Fähigkeiten nachgelassen haben und ich ungelenker bin. Aber es geht immer noch, solange ich nicht gestresst oder angespannt bin und ich in meinem eigenen Tempo arbeiten kann. Leider habe ich Probleme mit dem Gehen, was nur mithilfe eines Gehstocks möglich ist. Aber der hilft wirklich! Ich freue mich auch auf die genialen orthopädischen Schuhe, die ich mir anschaffen werden. Und bald werde ich mir ein Balance-Bike zulegen, damit ich mich gefahrlos fit halten kann.“

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