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20 Oktober 2022

Prof. Dr. Tiago Outeiro: Hoffnung auf neue Therapieansätze

Erforschung der Wirkung von Umwelteinflüssen auf den genetischen Code und die Entstehung von Parkinson

„Wie jedes andere Lebewesen trägt der Mensch ein einmaliges und unverwechselbares Ensemble von Erbanlagen in sich, die DNA“, erklärt Prof. Outeiro. „Umwelteinflüsse wie Stress, bestimmte Chemikalien oder die Ernährung können unsere DNA zwar nicht verändern, regulieren aber durch das Anhängen oder Entfernen bestimmter Moleküle die Aktivität unserer Gene. Sogenannte epigenetische Prozesse in den Zellen haben einen Einfluss darauf, ob die Information in unseren Zellen korrekt abgelesen werden kann. Wird dieser Prozess durch externe Faktoren gestört, kann es zu folgenschweren ‚Ablesefehlern‘ kommen. Unsere Zellen produzieren dann fehlerhaftes Eiweiß, das die Entstehung neurodegenerativer Krankheiten wie Parkinson fördert.“ Diese Fehlsteuerung der Eiweißkörper spielt auch bei der Entstehung von Krebs oder bestimmter Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes eine Rolle.

Was ist Epigenetik?

Epigeneti

Das Forschungsgebiet der Epigenetik beschäftigt sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt, das am Ausbruch dieser Krankheiten beteiligt ist. Ziel ist es, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und neue Therapieformen zu entwickeln.

Prof. Dr. Tiago Outeiro: „Die DNA macht nur einen Teil unseres Erbguts aus. Zusätzlich gibt es Elemente und Prozesse, welche die Aktivität unserer Zellen steuern. Diese Prozesse sind störanfällig und werden von Umweltfaktoren beeinflusst.“

Leiter des Forschungsprojektes: Prof. Dr. Tiago Outeiro

Seit 2018 ist der Wissenschaftler als Professor und Leiter der Abteilung Experimentelle Neurodegeneration an der Universitätsmedizin Göttingen tätig. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Entschlüsselung der grundlegenden molekularen Mechanismen, die bei neurodegenerativen Prozessen in Krankheiten wie Morbus Parkinson eine Rolle spielen.

Prof. Dr. Tiago F. Outeiro, Direktor der Abteilung Experimentelle Neurodegeneration an der Universitätsmedizin Göttingen

Prof. Dr. Tiago F. Outeiro, Direktor der Abteilung Experimentelle Neurodegeneration an der Universitätsmedizin Göttingen

Prof. Outeiro hat über 200 Artikel in internationalen Fachzeitschriften publiziert und war Mitglied des Göttinger Exzellenzclusters und DFG-Forschungszentrums für Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB). Seine Forschungsarbeit wurde bereits vielfach gefördert (u. a. von der DFG, BMBF, EU und der Michael J. Fox Foundation) und kürzlich mit dem Innovationspreis der Parkinson-Gesellschaft ausgezeichnet.

Prof. Dr. Tiago Outeiro: „Mein Interesse an der Beteiligung molekularer Prozesse an der Entstehung von Krankheiten entwickelte ich schon als junger Student, als der Rinderwahnsinn (BSE) die Welt der Wissenschaft vor neue Herausforderungen stellte. Als einige Jahre später meine Großmutter an Alzheimer erkrankte, war für mich klar, dass ich meine Forschung der Entstehung neurodegenerativer Krankheiten widmen wollte.“

Hintergrund & Ziele der Forschungsstudie

Dieses Forschungsprojekt wird Aufschluss darüber geben, warum manche Menschen an Parkinson erkranken und andere nicht. Die Erkenntnisse werden zukünftig die Entwicklung krankheitsmodifizierender Therapien ermöglichen.

Prof. Outeiro und sein Team werden zwei wichtige Parameter untersuchen, die in unserem modernen Leben eine wichtige Rolle spielen: ein weitverbreiteter Umweltreizstoff, der in Pestiziden, Düngemitteln und Lebensmittelzusatzstoffen enthalten ist, sowie eine zuckerreiche Ernährung (Hyperglykämie), die mit Diabetes verglichen werden kann.

Ablauf der Forschungsarbeit

  1. Zunächst wurden Modelle der menschlichen Zelle im Labor einem künstlichen „Nachbau“ dieser beiden Umweltfaktoren ausgesetzt.
  2. Anschließend wurden diese Zellmodelle der sogenannten RNA-Sequenzierung unterzogen. Dies ist ein hoch sensitives Verfahren, mit dessen Hilfe sämtliche „Nachrichten“ abgelesen werden können, die unsere Zellen produzieren.
  3. Die hieraus gewonnenen Daten werden derzeit mithilfe von Computern detailliert ausgewertet. Aufgrund des großen Datenvolumens wird dieser Prozess voraussichtlich noch zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen.
  4. Nach Abschluss der Datenanalyse sollen die Erkenntnisse in der nächsten Phase des Projektes in vivo, d. h. anhand von Haut- oder Blutproben von Parkinson-Patienten, verifiziert werden.

Prof. Dr. Tiago Outeiro braucht Ihre Unterstützung

Prof. Outeiro und sein Team benötigen dringend Ihre Hilfe! Ihre Unterstützung trägt maßgeblich dazu bei, dass …

  • die Parkinson-Erkrankung bei Betroffenen früher diagnostiziert wird;
  • die Lebensqualität von Parkinson-Erkrankten länger erhalten bleiben kann;
  • neue krankheitsmodifizierende Therapien entwickelt werden können;
  • das Verständnis für die Parkinson-Krankheit vertieft und
  • die Diagnostik verbessert wird.

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