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27 März 2014

Interview mit Dr. Anne-Karen Meyer

Dr. Anne-Karen Meyer ist PostDoc im Bereich für Neurodegenerative Erkrankungen an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Technischen Universität Dresden und forscht seit 2004 an Zellersatzstrategien für die Parkinsonsche Erkrankung.

Wie ist der heutige Stand der Parkinson-Forschung?

Im letzten Jahrzehnt wurde das Gen Lrrk2 entdeckt, welches nicht nur in familiären, sondern auch sporadischen Fällen des idiopathischen Parkinsonsyndroms eine Rolle spielt. Die aktuelle Forschung ist daher an diesem Gen in besonderem Maße interessiert. Im letzten Jahr erregten die induziert pluripotenten Stammzellen Aufsehen, da durch sie eine Therapie der genetischen Formen der Parkinsonschen Erkrankung näher rückt. Ein deutlicher Hinweis für die Signifikanz dieser Forschung in der Medizin ist die Verleihung des diesjährigen Nobelpreises für die Erforschung der induzierten Pluripotenz an Sir John B Gurdon und Shynya Yamanaka.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es heute und möglicherweise in naher Zukunft?

Medikamente und Behandlungen, die derzeit für Erkrankte der Parkinsonschen Erkrankung infrage kommen, lindern die Symptome der Krankheit, können die Krankheit aber nicht heilen oder deren Verlauf verlangsamen. Darum forschen wir an der Möglichkeit des Zellersatzes, mit dem auf sichere Weise einer großen Menge an Patienten längerfristig geholfen werden kann.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem ParkinsonFonds Deutschland?

Die Zusammenarbeit zwischen der ParkinsonFonds und mir besteht in der Förderung meines Projektes. Ich beurteile die Zusammenarbeit als sehr konstruktiv und effektiv. Es gab bereits zweimal die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen über den Stand unserer Forschung und ich bin sehr dankbar, dass unsere Forschungsarbeit nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich durch die ParkinsonFonds gefördert wird.

Wie würden Sie die Arbeit der ParkinsonFonds beschreiben?

Die ParkinsonFonds ist ein wertvolles Bindeglied zwischen Patienten und Wissenschaftlern. Ich habe als Wissenschafttlerin kaum Kontakt zu Patienten und kann durch die ParkinsonFonds auf verständliche Art von meiner Forschungsarbeit berichten. Umgekehrt können Patienten durch die ParkinsonFonds die Forschung unterstützen. Ich hoffe sehr, dass die ParkinsonFonds weiterhin Forschungsgelder sammelt, um in Deutschland die Parkinson-Forschung zu unterstützen.

Bitte berichten Sie über Ihr Forschungsprojekt, das von der ParkinsonFonds (mit)gefördert wird.

Ich erhalte derzeit die Finanzierung für meine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Projekt, bei dem wir die Funktion des Parkinson-Gens Lrrk2 erklären wollen. Es interessiert uns dabei die Funktion des normalen und die krankmachende Funktion des mutierten Proteins. Damit hoffen wir, einen allgemeingültigen molekularen Grund für die Parkinsonsche Erkrankung zu finden und ein Zellmodell für die Medikamentensuche zu etablieren. Die ParkinsonFonds stellt hierfür einen Betrag von 100.000 Euro über einen Zeitraum von 2 Jahren zur Verfügung.

Warum ist Forschung so wichtig und weshalb ist es so wichtig, dass Menschen in Deutschland sie mit ihren Spenden finanzieren helfen?

Forschung an der Parkinsonschen Erkrankung ist deshalb so wichtig, weil sie die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung ist, die Erkrankten an ihr leiden und es derzeit keine heilenden Therapieformen gibt. Um die Lebensqualität von Patienten weiter zu verbessern und effektivere Therapien zu entwickeln, muss die Forschung an der Parkinsonschen Erkrankung dringend weiter von Ihnen unterstützt werden.

Wie ist die Tendenz für die Zukunft? Wird die Zahl der an Parkinson Erkrankten steigen?

Ja, die Zahl der Parkinson-Patienten wird durch den demographischen Wandel weiter steigen.

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