Spenden
15 Dezember 2016

Fortschritte in unsere Forschung – Ein Update zur RBD-PET- Studie

Seit zwei Jahren fördert der ParkinsonFonds Deutschland die RBD-PET-Studie der Forschungsgruppe von Prof. Dr. W. Oertel, Universität Marburg, und der Forschungsgruppe von Prof. Dr. K. L. Leenders, Universität Groningen, Niederlande, die die Forschung in enger Zusammenarbeit durchführen.

Prof. Dr. K. Leenders

Prof. Dr. K. Leenders

Ziel ist es, herauszufinden, wie das Syndrom der RBD (engl. Abkürzung für “REM-sleep Behaviour Disorder”) mit der Parkinson-Erkrankung zusammenhängt. Die zentrale Untersuchung hierbei ist die Messung des Glukose (Zucker)- Verbrauchs des Gehirns mittels eines sogenannten FDG-PET-Scans.

Die RBD ist eine Störung des Schlafes, wobei während des REM-Schlafes die Träume ausgelebt werden, was zu heftigen motorischen und verbalen Äußerungen führt. Normalerweise ist der Körper während des REM-Schlafes still, denn er wird aktiv vom Gehirn “gelähmt” und nur die Augen bewegen sich heftig (REM-Schlaf ist ebenfalls eine Abkürzung aus dem Englischen: “Rapid Eye Movement”).

Patienten mit RBD klagen also über gestörten Schlaf, weil während des REM-Schlafes der Körper vom Gehirn nicht stillgehalten werden kann und es eventuell auch zu heftigen, aber nicht beabsichtigten und unbewussten, Gewalttätigkeiten des Partners gegenüber kommen kann. Die RBD ist oft ein Vorstadium der Parkinson-Erkrankung, aber nicht immer. Früher wurde dieser Zusammenhang nicht richtig erkannt, aber heutzutage wird er weltweit erforscht. Die RBD kann viele Jahre vor dem Ausbruch der motorischen Störungen auftreten.

Prof. Dr. W. Oertel

Prof. Dr. W. Oertel

Mittels der FDG-PET-Technik kann der Energieverbrauch des Gehirns genau gemessen werden, indem eine kleine Menge radioaktives FDG (Glukose) in die Vene gespritzt wird. Diese Methode hat keinen Nachteil für Patienten oder gesunde Probanden. Es stellt sich jetzt heraus, dass die Parkinson- Patienten ein typisches Muster von Abweichungen des Energiehaushaltes im Gehirn zeigen. Dieses Muster kann durch ein kompliziertes mathematisches Verfahren in jedem Patienten oder Gesunden bestimmt werden. Bei
Gesunden ist dieses typische Muster abwesend. Jedoch bei zwei Drittel von 30 RBD-Patienten haben wir festgestellt, dass das Parkinson-Muster schon anwesend ist.

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass dieses Muster als Voraussage für die Entwicklung von Parkinson dienen könnte. Um dies zu untersuchen, werden wir das heutige Projekt erweitern und über einige Jahre (evtl. 6 Jahre) fortsetzen.

Spenden Sie jetzt für die Forschung

Diesen Artikel mailen an:

Diesen Artikel teilen

Auch interessant

DMNX-PATCH-Studie

DMNX-PATCH-Studie

Studie: DMNX-PATCH – Prodromales Modell der Parkinson-Erkrankung: Der Effekt von Überexpression des alpha-Synucleins auf Neuronen des dorsalen motorischen Nukleus des Vagus (DMNX) bei Mäusen –…

Prof. W. Oertel: „Ihre Spenden sind bestens angelegt!“

Parkinson-Experte Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Oertel, Hertie Senior-Forschungsprofessor an der Klinik für Neurologie – Philipps Universität Marburg und Universitätsklinikum Marburg bittet unsere Spenderinnen und…

Prof Dr Daniela Berg

Neue Wege in der Parkinson Forschung

Unter Parkinson, nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, leiden allein in Deutschland mehr als 280.000 Menschen. Eine neue schwedische Studie bestätigte die Hypothese, dass die…