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3 Oktober 2019

Entschlüsselung der Rolle von Synphilin-1 in der Pathologie von Alpha-Synuclein

Hintergrund und Ziel der 1-jährigen Studie

Ein Merkmal neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson ist die Ansammlung von Proteinablagerungen im Gehirn. Diese bestehen hauptsächlich aus dem Protein Alpha-Synuclein (aSyn), einem kleinen Protein, das als normaler Bestandteil in den Nervenzellen vorkommt und unter anderem die Dopamin-Ausschüttung reguliert.

  • Forschungsleitung:
    Prof. Dr. Tiago F. Outeiro, Direktor der Abteilung Experimentelle Neurodegeneration an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
  • Studie:
    Entschlüsselung der Rolle von Synphilin-1 in der Pathologie von Alpha-Synuclein
  • Dauer:
    1 Jahr

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Ziel der Studie: Die Erforschung von Mechanismen der Pathologie-Ausbreitung und -Progression der Parkinson-Erkrankung sowie die Entdeckung neuer Biomarker, die sowohl die Forschung nach einer akkuraten und frühzeitigen Diagnose unterstützen als auch zur Entwicklung neuer Therapien führen könnten.

Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein (aSyn): Ursache für die Parkinson-Krankheit?

Es wird angenommen, dass die Ablagerungen von aSyn in den Lewy-Körperchen — das sind Einschlüsse im Zytoplasma von Nervenzellen, die aus abnorm phosphorylierten Proteinen bestehen — für das Absterben der Hirnzellen verantwortlich und damit die Ursache der neurodegenerativen Erkrankungen sind.

Doch das Protein Synphilin-1 (Sph1) beeinflusst die Akkumulation von aSyn.

Prof. Outeiro geht davon aus, dass die Eiweißablagerungen neben aSyn noch diverse andere Proteine wie z. B. Synphilin-1 (Sph1) enthalten, welches die Akkumulation von aSyn beeinflusst. In seiner Studie wird er untersuchen, welche Rolle Sph1 bei der Akkumulation und Verbreitung von aSyn spielt und ob es auch das Ausbreiten der mit aSyn assoziierten krankhaften Veränderungen beeinflusst.

Entschlüsselung der Rolle von Synphilin-1 in der Pathologie von Alpha-Synuclein Trotz vorangegangener Forschung bleibt unklar: Ist Synphilin-1 (Sph1) für die Ausbreitung der Pathologie von Alpha-Synuclein (aSyn) auf benachbarte Nervenzellen verantwortlich?

Das Ziel: Neue Therapien durch die Untersuchung der Proteine und ihrer Wechselwirkung

Ziel der Studie ist es, die Mechanismen der Pathologie- Ausbreitung und -Progression der Parkinson-Erkrankung zu erkennen und neue Biomarker zu erhalten, welche sowohl die Forschung nach einer akkuraten und frühzeitigen Diagnose unterstützen als auch zur Entwicklung neuer Therapien führen könnten.

Experimente und deren Finanzierung

Um die Mechanismen der Pathologie-Ausbreitung und -Progression von Morbus Parkinson zu bestimmen, wird anhand von Experimenten folgendes erforscht:

  • Wirkungsweise von Sph1 auf die Freisetzung und Ausbreitung von aSyn
  • Entzündliche Reaktionen ausgelöst durch die Wechselwirkung von Sph1 und aSyn
  • Bedeutung von Sph1 als Biomarker, d.h. Indikator, für Parkinson

Experimentenreihe 1: Versuche mit Mäusen

Um die Rolle von Sph1 bei der Akkumulation und Verbreitung von aSyn zu bestimmen, wird im Labor von Prof. Rieß am Universitätsklinikum Tübingen die Pathologie von aSyn im
Gehirn von Mäusen untersucht.

Experimentenreihe 2: Versuche im Reagenzglas und mit Mäusen

Diese Experimente werden es erlauben, eine mögliche Wechselwirkung zwischen Sph1 und einer Neuroinflammation nachzuweisen.

Experimentenreihe 3: Testen der Ergebnisse von 1 und 2 an menschlichen Proben

Prüfung der Ergebnisse an Zerebrospinalflüssigkeit und Blut von Parkinson-Patienten. Diese Proben werden bereitgestellt von Dr. Mollenhauer (Universitätsmedizin Göttingen).

Wie setzen sich die Kosten der Studie zusammen?

Der größte Kostenfaktor ist das Gehalt für die wissenschaftliche Mitarbeiterin, welche die Experimente durchführt. Weitere Kosten verursachen die Verbrauchsmittel für Zellkulturen, Antikörper, Enzyme, Molekularbiologie und Chemikalien sowie die Versuchstiere.
Die Fördersumme von 83.000 Euro wird über 12 Monate wie folgt ausgezahlt:

  • März 2019: 41.500 Euro
  • September 2019: 20.750 Euro, nach Erhalt und Prüfung eines 6 Monatsbericht
  • März 2020: 20.750 Euro, nach Erhalt und Prüfung eines Abschlussberichts

„Der ParkinsonFonds Deutschland spielt eine wesentliche Rolle bei der Finanzierung innovativer Parkinson-Forschung. Wir brauchen die kontinuierliche Unterstützung seiner Spenderinnen und Spender, um die Fortschritte zu erlangen, die wir uns alle erhoffen.“
Prof. Outeiro

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