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15 September 2020

Ein Parkinson-Experte erklärt seine neue Forschung

Wissenschaftler: Dr. Thomas Köglsperger

„Mein Name ist Dr. Thomas Köglsperger und ich bin dankbar für die Möglichkeit, Ihnen, geehrte Spenderinnen und Spender, über ein vom ParkinsonFonds Deutschland (PFD) gefördertes Forschungsprojekt berichten zu dürfen.
Ich habe in Freiburg im Breisgau, Zürich und Boston Medizin studiert und beschäftige mich bereits seit Langem mit der Erforschung der Parkinson-Krankheit. Momentan bin ich als Arzt an der Neurologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität und am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) tätig. Ich behandle regelmäßig Parkinson-Patienten und habe so vieles über deren spezifische Bedürfnisse erfahren können.

Verheerende Krankheit

Die Parkinson-Erkrankung ist die häufigste Bewegungsstörung und zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach der Alzheimer-Krankheit. Sie ist gekennzeichnet durch einen Verlust von Nervenzellen in Gehirnarealen, die für die Koordination der Motorik verantwortlich sind und die den Botenstoff Dopamin freisetzen. Als Folge treten schwere, einschränkende Symptome auf. Zwar können diese zu Beginn der Erkrankung durch Medikamente wirksam gelindert werden, doch gibt es momentan noch keine Therapie, die den Krankheitsverlauf verzögert oder sogar aufhält. Zudem sind die Beschwerden in späteren Krankheitsstadien mit den verfügbaren Therapien (medikamentöse Behandlung und Tiefe Hirnstimulation) nur noch unzureichend beherrschbar. Die Ursachen der Parkinson-Krankheit sind bislang nicht bekannt.

Zeit, neue Wege zu beschreiten

Neuropathologisch finden sich im Gehirn von Parkinson-Erkrankten in der Regel bestimmte Eiweißablagerungen im Inneren der Nervenzellen. Diese Ablagerungen werden Lewy-Körperchen genannt. Der Hauptbestandteil der Lewy-Körperchen ist das Eiweißmolekül Alpha-Synuclein. Dieses Protein scheint ursächlich entscheidend zum Zelltod von Nervenzellen bei Parkinson beizutragen.

Das Fehlen einer den Krankheitsverlauf modifizierenden Therapie hat mich stark frustriert, seit ich Parkinson-Erkrankte regelmäßig behandle.

Gemeinsam mit meinem Team habe ich daher neue wissenschaftliche Wege beschritten und in diesem Rahmen innerhalb des vom PFD geförderten Projekts die Wirkung von Alpha-Synuclein auf die elektrische und biochemische Funktion von Nervenzellen im Gehirn untersucht – in Zellkulturen sowie im Gehirn von Mäusen. Außerdem haben wir ZNS-Gewebe von Parkinson-Patienten mikroskopisch untersucht. Unsere Ergebnisse zeigten, dass bei Parkinson ein spezifisches Eiweißmolekül, das sogenannte Fragile X Protein (FMRP) frühzeitig in Gehirnzellen verloren geht. Bemerkenswerterweise war der Verlust von FMRP nicht nur bei Parkinson-Erkrankten nachzuweisen, sondern auch im Gehirn von Patienten, die an einer sogenannten inzidentellen Lewy-Körperchen-Erkrankung litten. Letztere gilt allgemein als Vorläufer der eigentlichen Parkinson-Krankheit.

Vielversprechende Ergebnisse

Aus unseren Ergebnissen lässt sich somit ein besonders frühzeitiger Verlust von FMRP im Krankheitsverlauf bei Parkinson ableiten. Dieser Befund hat bedeutsame Implikationen: einerseits könnte die Bestimmung von FMRP eine frühzeitige Diagnose der Krankheit unterstützen (z. B. durch dessen Nachweis im Nervenwasser) und andererseits ist davon auszugehen, dass der FMRP-Verlust den Verlauf von Parkinson im Gehirn entscheidend beeinflusst. In Zukunft wollen wir daher die spezifische Rolle dieses Moleküls genauer untersuchen und somit dazu beitragen, die Krankheit und ihren Verlauf besser zu verstehen.

Wir erhoffen uns von den gewonnenen Erkenntnissen neuartige und wirksame Behandlungsansätze und wollen dazu beitragen, Parkinson in einem frühen Stadium zu erkennen und aufzuhalten.“

Mit Ihrer sehr geschätzten Unterstützung können wir die Krankheit besiegen und ein Heilmittel finden!

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