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4 März 2020

Bessere Lebensqualität durch gezielte Krankengymnastik?

PAKOGOH-STUDIE AACHEN UNTER DER LEITUNG VON DR. ANDREA MAIER

Es liegen erste Ergebnisse der Studie vor, die den Einfluss einer gezielten kreislauffördernden Krankengymnastik bei Menschen mit Parkinson auf die Gedächtnisfunktion und Lebensqualität untersuchte.

Im Verlauf der Parkinson-Krankheit entwickeln etwas 50 % der Betroffenen Kreislaufstörungen – meist schon im Frühstadium –, die oft nicht erkannt werden. Außerdem treten Störungen der Gedächtnisfunktion auf. Bereits durchgeführte Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Kreislaufstörungen wie der orthostatischer Hypotonie (Schwindel beim Lagewechsel vom Liegen zum Stehen) und Gedächtnisstörungen bei Parkinson-Patienten. Im Rahmen der vom ParkinsonFonds Deutschland geförderten Studie wurde der Effekt einer gezielten kreislaufstärkenden Physiotherapie auf Parkinson-Patienten mit orthostatischer Hypotonie in Bezug auf das Zusammenspiel von Kreislauffunktion und Gedächtnisleistung überprüft. PaKogOH steht für Parkinson Kognition und Orthostatische Hypotonie. Die Studie wurde unter interdisziplinärer Zusammenarbeit der Kliniken für Neurologie, Physiotherapie und des neuropsychologischen Instituts am Universitätsklinikum Aachen entwickelt.

Die gezielte kreislaufstärkende Physiotherapie soll den Abbau der Gedächtnisleistungen verzögern oder die Gedächtnisfunktion sogar positiv beeinflussen und somit das Allgemeinbefinden und die Lebensqualität verbessern.

Künftig sollte dann auch der Diagnostik einer Kreislaufstörung ein größeres Interesse zukommen und Betroffenen eine wissenschaftlich belegte, gezielte Therapie der Kreislaufstörung zur Verfügung stehen, die ihre Lebensqualität verbessern soll.

 

„Forschung und deren Unterstützung durch Spender wie die des ParkinsonFonds Deutschland ist sehr wichtig. […] Nur durch finanzielle Unterstützung können zahlreiche Forschungsprojekte, die einen hohen materiellen und personellen Aufwand erfordern, gefördert werden.“

Dr. med. Andrea Maier

 

 

Zwischen Mai 2014 und Oktober 2018 erhielten die Teilnehmer neben regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen, Untersuchungen des Kreislaufs und der Gedächtnisfunktionen nach Randomisierung in zwei Gruppen, gezielte Physiotherapie. Die Therapieeffekte wurden mittels der genannten Untersuchungen geprüft. Insgesamt wurden 30 Patienten in die Studie eingeschlossen, von denen 22 Patienten die Studie tatsächlich abgeschlossen und erfolgreich beendet haben.

Die gesamte Studiendauer für jede teilnehmende Person war 10 Monate, während diese insgesamt 6 Mal zu den ärztlichen Untersuchungen erschien. Die Patienten erhielten in vordefinierten Intervallen Physiotherapie in der ambulanten Physiotherapie der Uniklinik Aachen. Hierbei erfolgte das Training von Oberschenkel und Wadenmuskulatur anhand eines speziell auf diese Kreislauftestung angepassten Trainingsprogramms. Der Trainingszuwachs wurde mittels Kraftmessungen dokumentiert.

Jetzt liegen bereits erste Ergebnisse vor. Beim Vergleich der Daten aus der Gedächtnisuntersuchung sowie der Kreislauftestung und Prüfung der motorischen Funktionen ergab sich ein stabiler Befund im Hinblick auf die Gedächtnisfunktionen. In dieser ersten Auswertung wurde nur der MoCa-Test, ein Screeningverfahren zur Demenzdiagnostik, beurteilt.

Bei allen Patienten, welche die Studie beendeten, waren die Kreislaufbeschwerden und die nicht motorischen Beschwerden reduziert, wohingegen die Parkinson-Symptome zunahmen. Die teilnehmenden Patienten nahmen nach der letzten Visite höhere Dosen der Parkinson-Medikation ein.

Der Blutdruckabfall in der Kipptischuntersuchung war bezogen auf die gesamte Studiengruppe bei der 6. Visite weniger ausgeprägt, die Patienten hatten somit eine stabilere Kreislauffunktion nach Studienende.

In den nächsten Monaten werden die finalen statistischen Analysen nach Entbindung der zwei verschiedenen Studiengruppen zeigen, ob diese Veränderungen auf Effekte des Kreislauftrainingsprogramms für Patienten mit orthostatischer Hypotonie zurückzuführen sind.

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