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1 November 2017

„Veränderung ist das einzig Beständige“

Wie geht es eigentlich dem Parkinson-Patienten Gerhard Schumann, den wir vor 1 ½ Jahren für unseren Newsletter interviewten?

Der 49-jährige dreifache Familienvater erkrankte im Alter von 42 Jahren an Parkinson. Unwillkürliches Zittern der Hand, Schmerzen in der Schulter, nachlassende Belastbarkeit… dann nach einem Jahr der Ungewissheit und vielen Fehldiagnosen die Bestätigung: Morbus Parkinson.

„Veränderung ist das einzig Beständige“ Dieses Zitat von Heraklit von Ehesus, (ca. 540 – 480 v. Chr.) passt zu Gerhard Schumanns Leben wie die Faust aufs Auge. Denn noch vor einem Jahr sah vieles ganz anders aus. Aktiv als Künstler zur Zeit unseres Interviews Aufgeben war für Gerhard Schumann keine Option! Mutig stellte er sich der Krankheit und versteckte sich nicht. Er schloss sich einer Selbsthilfegruppe für jüngere Parkinson-Erkrankte an, schrieb Bücher (u.a. “Parkinson – Leben mit der Pechkrankheit” und den Krimi “Walddorfer Brudertränen”, beides Magic Buchverlag) und rief die Bilderausstellung “Parki und ich” ins Leben. Heute: „Die Honeymoon-Phase ist vorbei.“ Seit einigen Monaten ist der ehemalige Vertriebsprofi verrentet. „Das Positive an einer Veränderung zu sehen ist allerdings nicht immer leicht. Ich habe es geliebt, Autos zu verkaufen und weit mehr als der Durchschnitt zu arbeiten. Doch jetzt habe ich mehr Zeit für die Familie.“ Lachend fügt er hinzu: „Und ich habe sogar gelernt, die Wäsche zu bügeln.“ Doch ‚nur‘ Haushalt machen und Zeit totschlagen kommt für den lebensfrohen ‚Parki‘ nicht in Frage. Als Leiter der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. Regionalgruppe München (www.dpvmuenchen.de) setzt er sich weiterhin aktiv für die Belange von Erkrankten ein.

„Trotz fortlaufender medikamentöser und therapeutischer Behandlung lässt sich Parkinson nicht aufhalten. Die Honeymoon-Phase ist vorbei“, so Schumann. „Mein größtes Problem bei der Erkrankung ist nie sagen zu können, wie es mir am nächsten Tag oder in den nächsten Stunden geht.“ Zwar musste er das Fotografieren weitestgehend aufgegeben, nicht aber das Schreiben und seine positive Einstellung zum Leben. So trifft man ihn auf vielen Parkinson-Veranstaltungen, wo er Betroffenen und Angehörigen ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Ängste leiht, hilfreiche Tipps gibt und e utigt, Parkinson nicht zum Mittelpunkt des Lebens werden zu lassen.

 

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