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9 März 2016

Schatz, ich habe Parkinson

Schatz, ich habe Parkinson

Lesen Sie die inspirierende Geschichte von Gerhard Schumann

Für Herrn Schumann, der sich sehr bemüht, möglichst offen und humorvoll mit der Parkinson- Krankheit umzugehen, ist es nicht immer einfach, die Unverblümtheit seiner Kinder zu verkraften. „Gib dem Papa die Sahne, der schüttelt sie von selber“, sagte einmal einer der Söhne.

Dazu Herr Schumann: „Offen gesagt tut es manchmal schon auch weh, so etwas zu hören. Sie meinen es ja nicht böse und abgesehen davon, bin ich selbst schuld daran. Ich lebe ihnen ja den humorvollen Umgang vor und haue selbst oft solche Klopfer raus.

Er war erst 42, als er ein unwillkürliches Zittern der Hand bemerkte. Seine Frau ahnte schon damals, dass es Parkinson sein könnte, doch diesen Verdacht zerstreute sein Hausarzt leichthin mit den Worten „Du bist zu jung für Parkinson!“.

Erst nach einem Jahr weiterer Fehldiagnosen ging Gerhard Schumann auf Drängen seiner Frau zu einem Spezialisten, der ihm die schreckliche Diagnose stellte. „Ich begann unbewusst sofort mit Verdrängen. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Erst einige Minuten später wurde mir klar, dass ich eine chronische Krankheit habe, die ich nicht wieder loswerden würde. Ich ging dann zurück zu meinem Auto und habe erst einmal richtig geheult.“ Dann folgte der Anruf an seine Frau: „Schatz, ich habe Parkinson.“

Bald erkannte Herr Schumann, dass es für die Familie finanzielle Einschränkungen geben würde, weil er seine Arbeit als Verkaufsleiter eines Autohauses nicht mehr ausführen konnte: „Ganz klar ist es, gelinde gesagt, nicht besonders erfreulich, wenn man ohne eigenes Verschulden die geforderte Leistung nicht mehr bringen kann und darum seinen Job aufgeben muss.“

Helfen Sie mit

Herr Schumann hatte die schwere Aufgabe, seinen Söhnen (damals 18, 15 und 6 Jahre) von seiner Erkrankung zu erzählen und davon, dass er nicht mehr so viel leisten könne wie bisher: „Den Kindern habe ich von Anfang an gesagt, was los ist mit mir. Das war mir besonders wichtig. Vor allem über den Verlauf, der zu erwarten ist. Papa ist krank und er wird nie wieder ganz gesund werden.

Gerhard Schumann erkrankte bereits vor 5 Jahren

an Parkinson. Früher war er Verkaufsleiter eines Autohauses, heute ist er Fotokünstler und Autor*. Mithilfe seiner Bilderausstellung ‚Parki und ich‘ und seinem Buch ‚PARKINSON – Leben mit der Pechkrankheit‘ hat er viele Menschen, Erkrankte und Angehörige erreicht und schafft es so, ihnen Mut zu machen.

„Die Besucher meiner Bilderausstellung waren zum Großteil überrascht, dass ich Parkinson habe. ‚Man sieht Ihnen ja gar nichts an!‘, kam oft als Aussage. Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Zittern noch besser unter Kontrolle. Manchmal habe ich scherzhaft geantwortet:
‚Ein dritter Arm wächst einem bei der Krankheit auch nicht, sonst wäre ich im Zirkus und nicht hier!‘. Was mich allerdings traurig gemacht hat, ist, dass die Leute so wenig über die Parkinson-Krankheit wissen. Aber das zu ändern war ja auch mein Anliegen.“

Gerhard Schumann hofft wie alle Patienten auf einen baldigen Durchbruch in der Forschung.Wenn es nach mir ginge, könnte es nicht schnell genug gehen.“

Die Forschung konnte bereits wichtige Erfolge in der Symptomlinderung erzielen und wesentlich dazu beitragen, das Leben der Betroffenen erträglicher zu gestalten. Doch Parkinson ist noch immer nicht heilbar.

Wir aber arbeiten an einem Durchbruch der medizinisch-wissenschaftlichen Forschung, wie ihn sich Herr Schumann herbeisehnt. Um dies zu erreichen, finanzieren wir Forschungsstudien renommierter Wissenschaftler in Deutschland mit dem Ziel, die Parkinson-Krankheit zu bezwingen – und dazu brauchen wir Sie!

 

 

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