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12 Januar 2018

Wie geht es eigentlich…

…dem Parkinson-Patienten Rainer Brückner, den wir vor 1 Jahr für unseren Weihnachts-Newsletter interviewten? Rainer Brückner, 74, einst Leistungssportler und heute Rentner, Hobby-Fotograf und Dichter, ist seit 11 Jahren an Parkinson erkrankt.

Freiheit trotz heftiger Schübe

„Das Jahr 2016 war schlimm für mich, weil in diesem Jahr die endgültige Entscheidung fallen sollte:
Kann ich, oder kann ich nicht mehr reisen?“ Nachdem er Ende 2015 den schwersten Schub seit seiner Erkrankung erlitten hatte, war er wegen der starken Schmerzen beim Gehen von heute auf morgen auf einen Rollator angewiesen:

„Es war die Hölle“

Ärzte wie Physiotherapeuten schafften es, Herrn Brückner wieder fit zu machen. 2016 und 2017 war er mit seiner Frau wieder auf ihrer Trauminsel Amrum: „Das habe ich aber nicht nur den Medikamenten und dem Können der Physiotherapeuten zu verdanken, sondern auch meinem neuen, hohen Rollator, auf den ich die Unterarme stützen und dadurch den Rücken entlasten kann. Diesen Rollator hat mir die  Chefärztin der Gertrudis-Klinik in Biskirchen wärmstens empfohlen. So kann ich recht lange spazieren gehen, ohne dass ich das Gefühl habe, mich setzen zu müssen!“

Schock über Unwissenheit

Als langjähriger Patient der Gertrudisklinik trifft er dort immer dieselben Patienten. So war er geschockt, als ihm klar wurde, dass Patienten, deren Familienangehörige sich nicht mit der Krankheit befassen und die sich in Sachen ‚Hilfe für den Parkinsonkranken‘ nicht weiterbilden, viel schneller von  Parkinson ‚aufgefressen‘ werden. „Es ist entsetzlich zu sehen, wie schnell diese Patienten abbauen und teilweise schon mit Dauerkatheter und  fortgeschrittener Demenz im Rollstuhl sitzen. Im letzten Jahr haben wir noch zusammen Schach oder Skat gespielt. Nun erkannten sie mich nicht mehr wieder.“

Offen für Alternativmethoden

Vor einigen Jahren stieß Herr Brückner auf eine alternative Behandlungsmethode*, die er ausprobiert hat und begeistert als sehr erfolgversprechend beurteilt: „Man liegt in einem Gerät rücklings auf einer Bank und strampelt ca. 25 Minuten mit Armen und Beinen wie auf einem Rad. Über dem Kopf ist
ein Monitor angebracht, der einem währenddessen Befehle gibt oder Denksportaufgaben stellt. Bevor der Patient an dieses Gerät geht, wird eine Videoaufnahme gefertigt, die sein Gangbild zeigt. Nach der Übung wird wieder gefilmt und man
sieht die gravierenden Unterschiede, und das nach nur einer Sitzung!“.

Rainer Brückners Leitsatz vom letzten Jahr hat nichts an Gültigkeit verloren: „Nie aufgeben, das Leben bietet noch so viele ungeahnte Möglichkeiten. Also  nicht nur positiv denken, sondern auch kreativ.“

 

*Anm. d. Red.: Mehr Infos unter www.gigermd.com/

 

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