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„Regelmäßig bewegen und gesund essen“ ist ein Ratschlag, den sich jeder Mensch zu Herzen nehmen sollte. Für Parkinson-Patienten ist eine ausgewogene Ernährung allerdings noch wichtiger. Also viel Obst, Gemüse und andere komplexe Kohlenhydrate wie Getreide und bestimmte Proteine. Natürlich müssen Sie auch genug trinken. Nachstehend einige Ernährungstipps und Ratschläge von der britischen Ernährungsberaterin Nan Millette. Eigens für Parkinson-Patienten! Finden Sie heraus, ob Sie sich bereits richtig ernähren oder ob Sie Ihre Essgewohnheiten ändern müssen.
Tag für Tag ausgeglichen Im Allgemeinen lauten die aktuellen Ernährungsempfehlungen wie folgt: - eine tägliche Energiezufuhr von etwa 25 bis 30 Kalorien pro Kilo Körpergewicht (zusätzliche Kalorien sind erforderlich, wenn Sie an Dyskinesien leiden) - ein Kohlenhydrate-zu-Protein-Verhältnis von mindestens 4:1 oder 5:1 - eine tägliche Proteinzufuhr von ca. 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht
Laut Expertenmeinung nimmt man am besten drei ausgewogene Mahlzeiten am Tag zu sich. Doch manche Parkinson-Patienten essen lieber öfter kleinere Mahlzeiten. Und wer sich bereits gesund und ausgewogenen ernährt, braucht seine Essgewohnheiten womöglich gar nicht zu ändern.
Gewichtige Aspekte Der Morbus Parkinson kann sich auf Ihr Körpergewicht auswirken. Manche Menschen nehmen zu, weil sie aufgrund ihrer Bewegungsprobleme weniger aktiv sind. Übergewicht sorgt für eine zusätzliche Belastung der Gelenke, sodass die Bewegungen mühsamer verlaufen und die Folgen der Krankheit verschlimmern. In diesem Fall kann eine kalorienkontrollierte Ernährung helfen. In der Regel nehmen Parkinson-Patienten jedoch ab, weil sie weniger Appetit haben, weil ihnen die Handlungen beim Essen Schwierigkeiten bereiten, weil sie aufgrund der Krankheit mehr Energie verbrauchen (um mit den Symptomen umgehen zu können) oder weil der Körper weniger Nährstoffe aufnimmt. Daher müssen Menschen mit dieser Krankheit oft mehr Kalorien zu sich nehmen (Erdnussbutter, Kekse/Desserts, Milchshakes). Kleinere Mahlzeiten und Snacks zu bestimmten Zeiten können beim Zunehmen helfen.
Protein und Medikamente Wurde einem Parkinson-Patienten Levodopa verordnet, wird der verschreibende Arzt Anweisungen zur Einnahme des Medikaments im Verhältnis zu den Mahlzeiten gegeben haben. Wenn Sie zum Zeitpunkt der Einnahme von Levodopa eine Mahlzeit mit hohem Proteingehalt zu sich nehmen, wird das Medikament weniger gut im Darm aufgenommen. Proteine werden in kleinere Moleküle (Aminosäuren) zerlegt. Diese Aminosäuren können mit Levodopa (ebenfalls eine Aminosäure) einen Konkurrenzkampf um den Transport vom Verdauungstrakt zum Blutstrom in Richtung Gehirn austragen. Proteine können die Aufnahme von Levodopa im Körper und Gehirn stören und damit die Wirksamkeit des Medikaments reduzieren. Sie können dem entgegenwirken, indem Sie die normale tägliche Menge an Protein in einer einzigen Mahlzeit am Ende des Tages zu sich nehmen. Die restliche Nahrungsaufnahme sollte dann aus Nahrungsmitteln mit wenig Protein bestehen. Dazu gehören: - Brot und Getreideerzeugnisse - Obst und Gemüse - klare Gemüsesuppen (ohne Sahne, Linsen oder Erbsen) - Brotaufstriche (Honig, Marmelade) - Süßigkeiten Eine weitere Möglichkeit, den ‚Protein-Effekt’ zu vermeiden, ist, Levodopa auf nüchternen Magen einzunehmen (eine Stunde vor oder nach einer Mahlzeit). Aber nur, sofern das nicht zu Übelkeit führt. Das hilft allerdings nicht immer, und einige Ärzte halten rein gar nichts davon. Sie dürfen Ihre Essgewohnheiten ohnehin nicht einfach so umstellen, ohne zuvor einen Arzt oder Ernährungsberater zu konsultieren. Obwohl Protein auch zu anderen Tageszeiten eingenommen werden kann, darf die gesamte empfohlene Tagesmenge an Protein nicht herabgesetzt werden, da Ihr Körper das Protein für die Regeneration von Gewebe und den Aufbau des Immunsystems braucht. Für die meisten anderen Parkinson-Medikamente gelten keine spezifischen Anweisungen hinsichtlich der Tatsache, ob sie vor, nach oder während der Mahlzeiten eingenommen werden müssen.
Kohlenhydrate und Zucker Eine Dyskinesie verschlimmert nach dem Essen von Nahrungsmitteln, die reich an Kohlenhydraten und Zucker sind. Kohlenhydrate sind jedoch von entscheidender Bedeutung für die Wahrung des Körpergewichts und Energieniveaus.
Viel Wasser trinken Das Trinken (täglich 8-10 Tassen/Gläser Wasser) ist ein ganz wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung und hilft, Verstopfungen zu mindern. Kaffee und Tee zählen nicht, weil diese eine austrocknende Wirkung haben.
Trockener Mund? Trinken Sie mehr, nehmen Sie oft kleine Schlückchen Wasser, lutschen Sie einen Eiswürfel oder benutzen Sie ein Mundspray oder Mundwasser. Auch das Lutschen eines Bonbons oder das Kauen eines Kaugummis kann helfen, die Speichelproduktion anzuregen und einen trockenen Mund zu vermindern.
Verstopfungen? Essen Sie zu festen Zeiten und sorgen Sie für eine ausgewogene Ernährung. Außerdem sollten Sie viel trinken und regelmäßig Sport treiben.
Schluckprobleme? Erleichtern Sie sich das Schlucken, indem Sie vor dem Essen einige Male gähnen, um den Hals zu entspannen (sofern dieser verspannt ist). Halten Sie das Kinn nah an die Brust und nehmen Sie eine gute und bequeme Haltung ein. Trinken Sie kleine Schlückchen Wasser und geben Sie kleine Mengen Essen auf die Gabel oder den Löffel.
Hier noch einige praktische Tipps: - Trinken Sie heiße Getränke aus einem isolierten Becher – so vermeiden Sie, dass das Getränk schnell abkühlt. Schnabeltassen sind eine gute Trinkhilfe und ermöglichen kleckerfreies Trinken. - Schenken Sie Tassen und Becher nicht zu voll. Ein Strohhalm kann nützlich sein. Tassen/Becher mit einer Beschwerung können helfen, ein Zittern während des Trinkens zu vermeiden. - Servieren Sie das Essen auf einem etwas höheren Niveau und stellen Sie den Teller zum Beispiel auf einen kleinen Karton oder Ständer. So ist das Essen näher am Mund. - Stellen Sie den Teller auf einen Gummiuntersatz, damit er nicht wegrutschen kann.
Von einigen Nahrungsmitteln, Vitaminpräparaten oder ungewöhnlichen Diäten wird in der Werbung behauptet, sie würden die Parkinson-Krankheit lindern. Häufig kann jedoch nicht nachgewiesen werden, dass das tatsächlich der Fall ist. Besprechen Sie eine Diät immer erst mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater!
Die Empfehlungen von Nan Millette stammen aus dem Artikel ‚Diet and Parkinson’s Disease’. Erstmals erschien dieser Artikel im März 2007 im Newsletter des APDA I&R Center im kalifornischen Stanford.
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